
Die Kurse im Detail
Zusätzlich zum Grundprogramm können verschiedene Module hinzugebucht werden, je nachdem, was die einzelne Gruppe benötigt.
Folgende Module bieten wir an:
Anti-Mobbing
Werte
Erwachsenenansprache
Schutz vor Missbrauch
Zivilcourage
Anti-Aggressionstraining
Faires Miteinander/Klassengemeinschaft
Nein Sagen
Werte:
Werte werden häufig in unserer Gesellschaft als Schlüsselqualifikationen gesehen, die spätestens zum Berufseintritt erreicht sein sollten. Werte wie Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft oder Ausdauer werden als wesentlich im gemeinsamen Zusammenleben betrachtet.
Je nach Altersgruppe erfolgt der Einstieg in das Thema mit einzigartigen Comics zu den unterschiedlichen Werten oder einem gemeinsam erarbeiteten Tafelbild. Das Thema bleibt aber nicht theoretisch, sondern wird mit Gruppenspielen und Partnerübungen passend zur Thematik verknüpft und aufgearbeitet. Am Ende kann ein Vertrag geschlossen werden, welche Werte für die einzelne Gruppe besonders wichtig sind und zukünftig in der Gruppe umgesetzt werden sollen.
Anti-Mobbing:
Das Anti-Mobbing Modul richtet sich sowohl an die Opfer, Mitwissenden und Täter einer Gruppe. Mobbing innerhalb der Gruppe, in der es vorkommen kann oder bereits passiert, anzupacken, erhöht die Effektivität der Maßnahmen enorm. Dabei wird in den Gruppen nicht herausgestellt, wer die potenziellen Täter oder die potenziellen Opfer sind. Stattdessen werden in Rollenspielen die unterschiedlichen Rollen eingenommen, sich in diese eingefühlt und im Anschluss reflektiert. Neben den Rollenspielen gibt es weitere Spiele zum Zusammenhalt der Gruppe. Hand in Hand geht das Programm mit Übungen zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. Nein sagen, seine Position klar benennen und seine Grenzen verteidigen zu können, verhindert das Gleiten in die stille Opferrolle. Ergänzt wird das Programm durch anschließende (schriftliche) Vereinbarungen.
Klassengemeinschaft und faires Miteinander:
In einer guten Klassengemeinschaft herrscht eine lernförderliche Atmosphäre was zur Folge hat, dass die Kinder und Jugendlichen gerne in diese Gruppe gehen. Ein guter Klassenzusammenhalt verstärkt das Gemeinschaftsempfinden. Die Kinder und Jugendlichen unterstützen sich gegenseitig, helfen sich bei auftretenden Problemen und ermutigen sich gegenseitig, z.B. zur mündlichen Beteiligung im Unterricht. In einer guten Lernatmosphäre muss kein Kind Angst haben, sich zu melden.
In dem Modul wird mit viel Spiel und Spaß die Klassengemeinschaft gestärkt oder wiederaufgebaut. Es eignet sich sowohl für den Beginn der Schulzeit oder den Einstieg in die weiterführende Schule als auch für bereits länger bestehende Gruppen. Am Ende kann festgehalten werden, welche Verhaltensweisen für die jeweilige Gruppe in Zukunft am wichtigsten sind.
Nein sagen:
Die meisten Kinder gehen im Kleinkindalter durch das Stadium des Nein-Sagens. Im gleichen Zuge lernen sie, je nach Elternhaus, dass Nein Sagen selten oder nie erwünscht ist. Viele trauen sich im späteren Kindes- und Jugendalter nicht mehr, bei ihrem Nein zu bleiben. Dabei ist das Nein ein wichtiges Wort, was mit der eigenen Meinungsbildung und der Entwicklung eines positiven Selbstkonzepts einhergeht.
Im Modul lernen die Kinder und Jugendlichen die Wirkung von unterschiedlich ausgesprochenen Neins, oder „Nein, ich möchte das nicht“ usw. kennen. Durch die Reflektion der Wirkungsweise können bereits einige zukünftige Schulhofkämpfe/körperliche Auseinandersetzungen verhindert werden. Diese entstehen häufig einfach dadurch, dass ein Ende des „Spaßes“ nicht deutlich genug signalisiert werden kann und es dann in Folge zur körperlichen Auseinandersetzung kommt, oder das ein „Spaßkampf“ böse endet.
Noch wichtiger wird das Nein in Bezug auf Themen, mit denen sich vor allem Jugendliche konfrontiert sehen, wie Mutproben, Alkohol, Rauchen, Drogen oder erste sexuelle Erfahrungen. Hier ist es enorm wichtig, dass die Jugendlichen lernen Grenzen zu ziehen, um sich selbst zu schützen und nicht bei entstehendem Gruppendruck nachgeben, um „cool“ zu sein.
Zivilcourage:
Haben die Kinder gelernt, wie sie sich selbst schützen können, können sie dazu übergehen, sich für andere einzusetzen, ohne sich selbst zu gefährden. Dabei lernen sie, Situationen einzuschätzen und bei Bedarf Hilfe zu holen, statt sich selbst in Gefahr zu begeben. Sie lernen, dass es Zivilcourage vor, während und nach der Tat gibt und in den jeweiligen Situationen angemessen helfen zu können. Vor einer Tat, erkennen sie durch ihre Sensibilisierung z.B., wenn der Schläger aus der Nachbarklasse sich auf den Weg macht, ein Kind zu ärgern, und können es mit in ihre Gruppe nehmen und weggehen. Während der Tat können sie auf die Situation aufmerksam machen, Hilfe holen und wenn sie fit dazu sind, aktiv dazwischen gehen. Für das Dazwischengehen lernen sie die richtige Körperhaltung und Position, z.B. in L-Form und nicht direkt zwischen Kind und Angreifer zu stehen. Im Nachhinein können sie dem betroffenen Kind helfen, indem sie sich um es kümmern und selbst Hilfe, etwa bei der Aufsichtsperson suchen.
Ansprache durch Erwachsene:
Die Kinder werden dafür sensibilisiert, dass auch Erwachsene nicht immer die Wahrheit sagen. Dies ist wichtig, um zu wissen, dass ein Erwachsener lügen kann, wenn er behauptet, er solle ein Kind abholen, weil die Mutter sich verletzt habe oder er bräuchte Hilfe, weil er sich selbst verletzt habe. Die Kinder lernen richtig auf Ansprache und Lockversuche seitens Erwachsener mit Süßigkeiten, Welpen, aus dem Auto heraus, auf Lügen usw. zu reagieren.
Darüber hinaus üben sie, was sie tun können, wenn ein Erwachsener ihnen nachläuft, sie versucht mitzunehmen oder wegzutragen. Sie trainieren sich sowohl verbal als auch tatkräftig zu verteidigen.
Ebenfalls lernen sie, wie und wo sie sich anschließend in Sicherheit bringen können und Hilfe bekommen.
Das Modul ist so aufgebaut, dass den Kindern keine Angst gemacht wird. Stattdessen findet eine Sensibilisierung statt, verbunden mit dem Gefühl, dass sie über Handlungsmöglichkeiten für den Ernstfall verfügen.
Schutz vor Missbrauch:
Je nach Altersgruppe wird das Thema unterschiedlich angegangen. Bei den Kleineren wird sich dem Thema mit Büchern genähert, die ihnen nahebringen, dass ihr Körper nur ihnen und keinem anderem gehört. Sie dürfen darüber bestimmen, was auch bereits heißt, dass die Tante oder Nachbarin nicht immer den dicken Schlabberkuss geben darf, nur, weil sie das Kind niedlich findet. Ebenso wenig muss das Kind bei Opa auf dem Schoß sitzen. Das Kind entscheidet bewusst, wen es wie an sich heranlässt und lernt, dass das in Ordnung ist.
Bei den Größeren findet der Eingang in das Thema eher über Gespräche statt, auf Wunsch auch mit getrennten Geschlechtern und geschlechtlich passenden TrainerInnen. Bei beiden Altersgruppen wird in Spielen und Rollenspielen geübt Nein zu sagen, Grenzen zu ziehen und auch sich tatkräftig zu verteidigen. Das Modul ist gut mit den Modulen Nein Sagen und Erwachsenenansprache zu kombinieren.
Anti - Aggressionstraining:
Unser Anti-Aggressionstraining sattelt das Pferd von hinten auf. Immer nur sagen, dass Gewalt keine Lösung ist und von Erziehungsmaßnahmen zu Ordnungsmaßnahmen wechseln zu müssen, ist für beide Seiten (Kind/Jugendlicher und Erzieher/Lehrer) frustrierend. Da kann es gut sein, das Ganze einmal abzugeben und jemand Externen mit der Gruppe arbeiten zu lassen. Man ist erstaunt, welche Trainingskonstellationen plötzlich möglich sind. Jugendliche, die sich auf dem Schulhof nicht ausstehen können, trainieren konstruktiv miteinander. Die Gruppe muss keine feste Gruppe sein, sondern kann auch aus den typischen Opfern und Tätern einer Schule bestehen. Im Training sind die Kinder darauf angewiesen miteinander kooperativ zu arbeiten und im Spaß miteinander ihre Kraft ausspielen zu können. Rücksichtnahme aufeinander wird zu Beginn als Kernelement des Trainings herausgestellt.
Kursformen:
Wir bieten unsere Gewaltpräventionskurse als Tageskurse, sich wöchentlich wiederholende Kurse sowie AGs, z.B. in der Übermittagsbetreuung, an.
Die Kurse variieren zwischen 4 und 20 Stunden, je nachdem, ob Basis-, Grund-, Kompakt- oder Erweiterungskurse gewählt werden. Die AGs gehen über das Halbjahr oder das ganze Schuljahr.
Alle Kurse können mit den Modulen Anti-Mobbing, Nein-Sagen, Schutz vor Missbrauch, Faires Miteinander, Werte, Klassengemeinschaft/Kollegialität, Zivilcourage, Anti-Aggressionstraining und Erwachsenenansprache kombiniert werden.
Kursvarianten:
Standardkurse:
Basiskurs – 4 stündig: Wesentliche Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstechniken werden vermittelt. Die vier Stunden können an einem oder mehreren Tagen unterrichtet werden.
Erweiterter Basiskurs – 6 Stündig: Die im Basiskurs erlernten Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstechniken werden vertieft.
Grundkurs – 8 stündig: Zusätzlich zu den Grundthemen der Selbstbehauptung und Selbstverteidigung ist hier Zeit, um besonders auf vorher abgestimmte Inhalte einzugehen.
Erweiterter Grundkurs – 12 stündig: Hier eignet es sich gut ein Modul mit reinzubuchen und dieses zusätzlich zum Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstraining zu behandeln.
Kompaktkurs – 16 oder 20 stündig: Besonders gut geeignet für Projektwochen, um sich dem Thema der Selbstverteidigung, in Kombination mit einzelnen Modulen, besonders ausführlich zu widmen.
AG 40 oder 80 stündig: Z.B. in der Nachmittagsbetreuung können AGs über das halbe oder ganze Schuljahr angeboten werden. Durch die wöchentliche Wiederholung verinnerlichen die Kinder den Inhalt und die Techniken besonders gut und können sie sicher anwenden.